Eigenen Kernel bauen
Vorwort
Wer Gentoo nutzt möchte früher oder später auch seinen Kernel an sein System anpassen und manuell kompilieren. Die Vorteile für einen angepassten Kernel liegen auf der Hand, da man nur das im Kernel aktiviert was man als Hardware verbaut hat oder als Unterstützung benötigt.
Installation
Als erstes benötigt man dazu die Kernel Sources die man mit
emerge -av sys-kernel/gentoo-sources
einspielt. Auch recht hilfreich ist eselect, denn es erspart einem sehr viel Tipparbeit
emerge -av app-admin/eselect
Welche Kernelsources installiert sind und wohin unser symlink linux im Verzeichnis /usr/src zeigt finden wir mit
eselect kernel list
heraus. Wir bekommen diese oder eine ähnliche Ausgabe
[1] linux-3.1.6-gentoo * [2] linux-3.2.1-gentoo-r2
Das setzten des Symlinks wird dann mit
eselect kernel set 2
durchgeführt.
Lösung
Eine wirkliche Anleitung kann man aufgrund der verschiedenen Hardware nicht schreiben, aber mit ein wenig Kenntnis über seine verbaute Hardware und seiner Anforderungen an das System, lassen sich sehr viele Optimierungen am Kernel vornehmen.
Nun aber Los! Wir wechseln in unser Verzeichnis mit den Kernelsourcen
cd /usr/src/linux
und rufen nun mit
make menuconfig
das Kernel Konfigurationstool auf. Welche Einstellungen man vornimmt muss jeder selbst entscheiden und natürlich an die verbaute Hardware anpassen.
Screenshot von menuconfig

Sobald die Einstellungen vorgenommen sind, wird der Kernel mit
make && make modules_install
dann kompiliert. Damit der neue Kernel auch verwendet werden kann, kopieren wir ihn noch in unser /boot Verzeichnis
cp arch/x86_64/boot/bzImage /boot/kernel-3.2.1-gentoo-r2
Ganz zum schluss muss man den Kernel dann noch in die Datei /boot/grub/grub.conf oder in die Datei /boot/grub/menu.lst eintragen, damit er dann auch beim nächsten Bootvorgang gestartet werden kann.
Ich selbst gebe meinen Kernel einen eigenständigen Namen, sodass ich mir nicht einen gut laufenden Kernel überschreibe.
Viel Erfolg beim Kernelbacken.